Dienstag, 5. Mai 2015

Vegane Macarons Rezept


Es gibt einfach ein paar Dinge, die fehlen einem als Veganer doch ab und zu. Im Vergleich zu meinen ersten Veganversuchen 2003 ist das heutige Veganerleben zwar wirklich königlich und für fast alle Gelüste gibt es eine vegane Variante, aber manchmal eben auch nicht.
Und manchmal blättert man so nichtsahnend durchs Netz und findet plötzlich eine vegane Rezeptidee für genau dieses eine Produkt. Wäre ich ein Filmemacher würde ich diesen Moment mit einem Lichtstrahl aus dem Himmel und einem eingespielten lauten "Halleluja" inszenieren (und ich bezeichne mich eigentlich als Agnostikerin).
Worum geht es?
Vegane Macarons!!
Vegane Macarons, whaaat??? Das ist doch nicht zu fassen, oder? Schon normale Macarons waren immer eher schwer zu beschaffen und ans Selbermachen habe ich mich auch zu unveganen Zeiten nicht getraut. Aber seit ich vegan lebe backe ich erstens viel mehr und zweitens ist Selbermachen eben die einzige Möglichkeit.

Alles begann damit, dass plötzlich die Information durchs Netz ging, man könne aus dem Kichererbsendosenwasser veganen Eischneeersatz zaubern. Das funktioniert tatsächlich hervorragend und tolle Beispiele für die Eischneebasis und was man daraus sonst so zaubern kann gibt es beispielsweise bei Kochtrotz und Kalinka's Kitchen.

Und dann fand ich über Instagram die Seite meiner persönlichen veganen Macarons-Göttin: Floral Frosting. Sie hat inzwischen diverse Macrons-Varianten entwickelt und allesamt sehen wirklich köstlich aus! Ich habe in Anlehnung an dieses Rezept, eine Vanille-Schoko-Crisp-Macaron Variante entwickelt. Für die Creme habe ich allerdings ein traditionelles Rezept veganisiert. Sehr hilfreich für die Vorgehensweise fand ich dafür übrigens auch die Videos von Französisch Kochen (Rezepte nicht vegan!).

Hier findet ihr also mein Rezept für vegane Macarons auf der Basis von Kichererbsendosenwasser (tolles Wort), ich habe übrigens die Kichererbsen im Glas von Alnatura verwendet und für diese Mengenangaben benötigt man die Flüssigkeit von ca. 1,5 Gläsern. Durch die Wartezeit und die vielen backzeiten sollte man schon einen halben Tag Arbeitszeit einplanen!

Zutaten

für die "Schalen":
- 3/4 Cup Kicherersendosenwasser
- 1/2 Cup Zucker
- 2 TL Vanillezucker
- 1 Msp gelbe Lebensmittelfarbe (gel)
- 1/2 Cup Puderzucker
- 1 1/4 Cup gemahlene Mandeln (ohne Schale)

für die Creme:
- 2 Riegel White Nougat Crisp von Vivani
- ca. 20 g Sojasahne


Zubereitung

Kichererbsendosenwasser in einem kleinen Topf aufkochen, bis die Menge sich auf etwa 1/3 Cup reduziert hat. Abkühlen lassen.
gemahlene Mandeln und Puderzucker zusammen in einen Mixer (ich verwende so einen Mixer-Aufsatz für den Pürierstab, klappt prima) geben und nochmal fein mahlen. Anschließend durch ein feines Sieb streichen, zu grobe Körner aussortieren (bei mir blieben insg ca. ein EL zu grobe Mandeln zurück).
Reduziertes Kichererbsenwasser aufschlagen, dabei die Farbe hinzugeben. Dann den Zucker hinzugeben und solange aufschlagen, bis eine richtig feste Masse entstanden ist, sie sollte wirklich sehr zäh sein, so dass sie gar nicht mehr tropft. Das kann bis zu 10 Minuten dauern!


Nun gibt man die Hälfte der Puderzucker-Mandel-Mischung hinzu und rührt diese mit einem Teigschaber unter, dabei drückt man die Masse immer wieder an den Rand, sodass ca. die Hälfte der Luft wieder entweicht (es darf aber auch nicht zu viel Luft entweichen, dann werden die Macarons zu fest und bekommen beim Backen keine "Füßchen", das ist mir passiert. Ich denke man hier muss man einfach ausprobieren. Charis von Floral Frosting empfiehlt exakt 19 Runden "Teig an den Rand drücken".
Nun gibt man den Teig in einen Spritzbeutel mit einem runden Aufsatz (nicht zu klein) und spritzt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech kleine flache Scheiben. Es gibt sogar Macarons-Silikon-Backpapier, auf dem die Größe schon vorgegeben ist, wenn man gaaaanz perfekte Schalen haben möchte.
Anschließend die beim Aufspritzen entstehenden Spitzen mit einem nassen Finger vorsichtig andrücken.


Nun die Geduldsprobe: Man stellt man die Backbleche (die Menge ergibt bei mir zwei Bleche) für 2 Stunden zum Trocknen (bei Raumtemperatur) beiseite.
Nach dem trocknen kommt ein Blech (nicht beide gleichzeitig!) für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Ich habe auf 120°C vorgeheizt und dann auf 100°C runtergestellt, sobald ich das Blech hineingegeben habe.
Nach der Backzeit den Ofen ausschalten (nicht öffnen!) und die Macarons-Schalen für weitere 15 Minuten drin lassen.
Nun den Ofen einen Spaltbreit öffnen (mit einem Kochlöffel) und die Schalen noch weitere 15 Minuten trocknen lassen.
Jetzt sind die Schalen fertig, sie sollten jedoch auf jeden Fall ganz abgekühlt sein, bevor man sie vom Backpapier löst, sonst bleibt oft ein rest zurück. Also auch hier wieder: Geduld haben!


Für die Creme erhitzt man die beiden Riegel im Wasserbad und gibt dann die angewärmte Sojasahne hinzu und rührt gut um, bis eine einheitlliche Masse entsteht. Auf eine Schale etwas von der Creme in die Mitte geben und eine zweite Schale drehend andrücken.


Die fertigen Macarons noch für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen, bis die Creme fest geworden ist.
Und dann: Geniiiiießen! Ich konnte zu den unveganen Varianten (soweit ich sie erinnere) geschmacklich keinen Unterschied feststellen. Allein in der Optik, da die kleinen "Füßchen" der Schalen fehlen, was ich auf die zu feste Konsistenz des Teiges schiebe. Hier werde ich beim nächsten mal noch weiter herumprobieren und euch das Ergebnis zeigen.

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