Mittwoch, 30. Mai 2012

Plastik vermeiden - Tipps für Haushalt und Alltag

Ich hatte letztes Jahr in diesem Artikel darüber berichtet, welche Gesundheitsgefährdung Kunststoffe mit sich bringen. Carola von Twoodledrum fragte mich nun vor ein paar Tagen, ob ich Tipps hätte, wie man Plastik im Haushalt vermeiden kann und wie ich selbst versuche, Plastik aus meinem Leben zu verbannen. Eine super Frage, finde ich, und der Beantwortung widme ich daher diesen Artikel.

Zunächst sei einmal gesagt, dass es in der heutigen Zeit schier unmöglich zu sein scheint, Plastik gänzlich zu vermeiden. Es gibt viele Gegenstände, die wir täglich benutzen, für die es keine plastikfreie Variante gibt, oder die zumindest sehr viel teurer ist. Beispielsweise technische Geräte wie Drucker oder Computer oder auch Küchenmaschienen (wenn ich mal groß bin, hätte ich gerne diese hier). Ein großes Problem sind auch die Armaturen von Autos. Angeblich gasen die solange Schadstoffe aus, bis die Autos schrott sind.
Auch bei der Kleidung greifen Veganer, um Leder zu vermeiden, oft auf Kunststoff zurück. Viele meiner Handtaschen sind aus Plastik, ebenso Schuhe, Jacken oder Gürtel. Natürlich gibt es hier auch Produkte aus Stoff, aber die sind dann oft nicht regenfest.
Auch kann man im ersten Moment denken, dass es nicht so schimm ist, wenn man den Kunststoff zumindest dort vermeidet, wo er mit Lebensmitteln in Berührung kommt, aber letztlich ist das Problem ja nicht nur unsere persönliche Gesundheit, sondern ebenfalls die Gesundheit unseres Planeten. Der ist nämlich schon voll mit Plastik, ich erinnere hier nur an die vielen Meerestiere und Vögel die jedes Jahr gefunden werden, elendiglich an Plastikteilen verendet, die sie gefressen haben. Und das Schlimme: egal was wir tun, wir können das nicht mehr Rückgängig machen. Die Meere sind voller Plastik. Was wir aber natürlich tun können, ist Plastik zu vermeiden, um das Problem wenigstens nicht noch schlimmer zu machen.
Aber es geht schon auch um unsere eigene Gesundheit. In dem oben verlinkten Artikel schreibe ich zwar, dass es Kunststoffe gibt (wie PET oder PE) die, soweit man bislang weiß, schadstofffrei sind. Eber eben auch nur, soweit man bislang weiß. Bisher wurde nur ein winziger Bruchteil aller Kunststoffbestandteile auf die Gesundheitsgefährdung getestet, da diese Tests sehr aufwändig sind. Und, nennt mich pessimistisch, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da in den nächsten Jahren noch schlechte Nachrichten auf uns zukommen werden.

So, ihr seht, das Thema liegt mir immernoch am Herzen und ich komme jedesmal ins Erzählen. Fragt mal die Menschen in meiner Umgebung, dort bin ich schon als die Plastik-Tante verschrien und ich habe Kollegen, die sich in meiner Gegenwart nicht mehr trauen aus Plastikflaschen zu trinken und meine liebe Freundin J. schreibt mir manchmal vom Einkaufen aus Nachrichten und fragt, ob sie dieses oder jenes Kunststoffprodukte kaufen darf. :-)

Aber nun zeige ich Euch mal, wie weit die Kunststoffvermeidung in unserem Haushalt ist (kein Anspruch auf Vollständigkeit, ich zeige euch all das, was mir bei einem Rundgang durch unsere Wohnung aufgefallen ist):

Verschiedene Einmachgläser oder ausgespülte Glasflaschen oder Aufstrichgläser eignen sich sehr gut zum Transport von Flüssigkeiten. Beispielsweise für Sojamilch, wenn man mal bei unveganen Freunden übernachtet. Von dem Einmachglas rechts im Bild (500 ml) haben wir gleich mehrere und nutzen diese auch als Trinkgläser. Auf der letzten Party wurden sogar alle Glasgefäße zu Trinkgläsern umfunktioniert.
Nicht unerwähnt bleiben sollte hier allerdings, dass die Deckel von solchen Einmachgläsen innen mit Plastik beschichtet sind. Ich nutze sie daher nicht als Transportgefäße für mein tägliches Wasser. Das findet ihr entsprechend weiter unten.


Dosen für Essensreste, Dosen für das Pausenbrot oder auch angebrochene Nüsse etc. Hier kann man statt der Standardplastiklösung auf Glas- oder Stahlboxen ausweichen. Die Glasdosen haben zwar Plastikdeckel, diese bestehen jedoch aus BPA-freiem Kunststoff. Dennoch würde ich hier auf zwei Sachen achten: Das Lebensmittel sollte den Deckel nicht berühren und der Kunststoffdeckel sollte aus nur einer Sorte Kunststoff gefertigt sein, dann ist er besser recyclebar. Ich verwende die Glasdosen daher zur Aufbewahrung von Essensresten im Kühlschrank und die Stahldosen für den transport vom Pausenbrot (auch was das Gewicht angeht eine praktische Sache).
Stahldosten gibt es beispielsweise von LunchBots oder auch in Outdoor-Läden.


 Zum Transport von Getränken verwende ich meine Klean Kanteen Flaschen. Ich habe eine für Wasser und eine für heiße Getränke wie Tee. Hier habe ich bereits darüber berichtet.
Aber auch die Plastikthermoskanne für den Kaffee oder Tee auf dem Frühstückstisch kann man vermeiden und statt dessen auf Keramik und das gute alte Stövchen zurückgreifen.


Hier ein paar Küchenutensilien, die ich mittlerweile besitze, die man viel zu oft in der Plastikvariante findet: einen Messbecher (hier könnte man natürlich auch Glas wählen, aber diesen Stahlmessbecher kann man praktischerweise gleich als Topf benutzen), eine Salatschleuder (das Sieb innen ist aus Plastik, ebenso Teile des Deckels, aber immerhin) und rechts Schüsseln verschiedener Größen.


Besonders durch das Erhitzen werden die Schadstoffe im Kunststoff gelöst. Solltet ihr noch einen Kunststoff-Wasserkocher besitzen, ersetzt den bitte als erstes!
Okay, dieser ist leider auch nicht ganz plastikfrei (gibt es das überhaupt?), aber wenigstens innen besteht er aus Stahl.


Und ich denke, da brauche ich euch nichts zu erzählen, Jutebeutel sind mittlerweile ja nicht nur als Plastiktütenersatz etabliert, sondern sogar als Handtaschen modern! Ich habe eigentlich fast immer einen solchen Beutel zusammengefaltet in meiner Handtasche. Wenn nicht, kann man in den meisten Läden zur Not auch Recycling-Papiertüten oder Tüten aus biologisch abbaubarem Plastik wählen.
Aber auch hier gibt es einen Knackpunkt: Die biologisch abbaubaren Einkaufstüten sind viel zu dick, daher verotten sie im Biomüll nicht gut genug und werden in den Mülldeponien wieder aussortiert. Also auch nicht optimal.

Hier noch ein paar Einkaufs- und Alltagstipps, was die Kunststoffvermeidung angeht, das größe Problem ist meiner Meinung nach nämlich der Verpackungsmüll:
  • Kauft frische Lebensmittel lose oder wählt Papiertüten. In allen Bioläsen in denen ich bisher einkaufen war, war es gar kein Problem Obst und Gemüse einfach lose auf das Kassenband zu legen und die Barcodezettel (meistens Bisphenol A-Beschichtet!!) die die Waage ausspuckt, einfach auf irgendwas anderes zu kleben, beispielsweise ein Glastöpfchen mit Aufstrich, oder so. Aber am besten weist man das Kassenpersonal auf diese Vorgehensweise hin.
  • Kauft überhaupt hauptsächlich frische Lebensmittel und kocht selbst. Das ist gesünder, in zweierlei Hinsicht. Frische Lebensmittel kann man ohne Verpackung kaufen, verarbeitete nicht.
  • Noch besser: Gibt es eine Biokiste bei Euch in der Nähe? Biokistenlieferanten liefern Obst und Gemüse in der Regel lose in einer großen Kiste.
  • Gerade Waschmittel, Seifen und Putzmittel sind eigentich fast ausschließlich in Plastikflaschen zu haben. In Bioläden gibt es manches in Papierpackungen. Kann man sich das nicht leisten, sollte man zumindest darauf achten Nachfüllpackungen zu kaufen, die enthalten einfach weniger Plastik als die oft dickwandigeren Flaschen und sind zudem auch günstiger.
  • Kassenzettel bestehen meistens aus Thermopapier. Deswegen verblassen die auch nach einiger Zeit. In den meisten Läden wird inzwischen nachgefragt, ob man einen Kassenzettel braucht. Verneint immer, wenn es Euch möglich ist. Thermopapier enthält oft Bisphenol A, was sich bereits durch Hautkontakt überträgt. Wenn ihr auf Kassenzettel verzichtet, helft ihr nicht nur Euch selbst, sondern auch dem Kassenpersonal, das die Dinger ja bei jedem Kunden anfassen muss!
  • Ihr seid unterwegs und wollt einen Kaffee? Dann setzt Euch hin! Auch beim Steuermann von Moby Dick gibt es Tische und Stühle, meistens sogar recht gemütliche. Warum immer die To Go-Hektik? Sollte Kaffeetrinken nicht was Nettes und Gemütliches sein? Bei uns hat man wenigstens die Möglichkeit sein Getränk auch in Keramik zu verzehren, in den USA bekommt man immer den Pappbecher mit Plastikdeckel, selbst wenn man sich im Laden hinsetzt. Und heiße Getränke durch Plastikdeckel trinken, da muss ich nichts mehr zu sagen, oder?
  • Coole Getränke gibt es oft auch in Glasflaschen, sowohl im Supermarkt als auch in Cafés oder Restaurants. Empfehlen würde ich da beispielsweise Club Mate oder Now-Limonaden.
  • Ihr wollt mit Freunden irgendwo Grillen und könnt keine schweren Teller, Besteck und Gläser mitnehmen? Dann nehmt Pappteller. In Bioläden gibt es manchmal Einwegbesteck aus Holz. Tolles Einwgeschirr gibt es übrigens bei BioFutura.
  • Ebenfalls bei Biofutura gibt es Strohhalme, Trinkhalme oder wie man hier in BaWü sagt: "a Röhrle" aus Stärkemehl. Wenn man oft und gerne aus Strohhalmen trinkt kann man sich auch welche aus Glas oder Stahl anschaffen (Beispielsweise hier).

So, nun fällt mir gerade nichts mehr ein. Diese Liste wird ggf. noch erweitert. Ich hoffe aber, ich konnte Euch mit diesem Post schon auf ein paar Ideen bringen und wir arbeiten gemeinsam daran, unseren Planaten etwas plastikfreier zu gestalten!

Kommentare:

Green-Cat hat gesagt…

Sehr guter Artikel! :) Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Ich hab nur zwei kleine Kleinigkeiten, die vielleicht als Tipps auch nützlich sind: wenn man Einmachgläser oder sonstige Gläser mit Schraubverschluss nicht bis zum Rand füllt, kann man sie auch einfrieren. Klappt hervorragend mit Suppen oder Eintöpfen, ist übersichtlich und man findet schnell, was man sucht, weil Glas durchsichtig ist. :) Und was die Plastikteile im Ozen betrifft: gerade in Peelings sind oft Plastikkügelchen, die so klein sind, dass sie überhaupt nicht in Kläranlagen vollständig abgefiltert werden können. Und Krill frisst dann eben diese Teilchen mit, d.h. das Plastikproblem beginnt schon ganz unten in der Nahrungskette... Ich peele gerne mit groben Meersalz, das ich mit Olivenöl verrühre. Oder ich peele mit einem Luffa-Handschuh.
Und man sollte standhaft bleiben und sich auch von den nörgeligsten Kassiererinnen im Supermarkt nicht einreden lassen, dass es einfacher für sie ist, wenn man Plastiktüten für Obst und Gemüse benutzt. :)

Stella hat gesagt…

Super Artikel. Und schön zusammen gefasst.
Es gibt immer wieder Hürden, aber auch immer wieder Wege, die zu umgehen.

Einmachgläser sind was Feines. Grade wenn man viel kocht und viel selber macht (was übrigens ein super weg ist um noch mehr Plastik zu vermeiden). Und schöner als Plastikdosen sind sie in der Regel auch noch.

Elana hat gesagt…

Ahh, endlich ein Link zu diesen innen unterteilten Stahl-Lunchboxen, sowas such ich seit einer Ewigkeit! ♥♥♥

Danke für den Langen Artikel, das ist immer wieder ein superwichtiges Thema!

Birdie hat gesagt…

@Green-Cat: Krass, das mit den Peeling wußte ich gar nicht! Ich benutze sowas aber auch nicht, sondern mache immer eine Trockenbürstenmassage am Morgen.
Mit Kassiererinnen hatte ich wirklich noch nie Probleme, ich sage immer gleich, wie ich das gemacht habe, und das war bisher immer okay.

@Stella: Ich finde die Einmachgläser auch super schick! Am liebsten benutze ich sie allerdings als Trinkglas. :-)

@Elana: Bitte. :-)

Ratfashion hat gesagt…

Hallöchen!

Ein sehr interessanter Artikel.

Wir haben Plastik hier in Gebrauch, aber zum Beispiel bei den Tüten gucken wir schon, dass wir keine aus Plastik mehr nehmen. Wir haben auch immer Taschen dabei, wenn man mal was (mehr) kauft. :)

Der Artikel regt mich dazu an auch mehr darüber nachzudenken und bewusster auf Plastik zu verzichten.

Das mit dem Peeling wusste ich aber auch nicht. Habe eins mit Pfirsichkernen ... Werde es aber mal mit Meersalz oder andern natürlichen Dingen versuchen, wenn ich es aufgebraucht habe. :)

Grüßchen :)

Miri hat gesagt…

Juhuu habe gerade deinen Blog entdeckt =)
Super Blogeintrag!

Bellana hat gesagt…

Seit ich Plastic Planet gesehen habe, kaufe ich wieder Getränke in Glasflaschen. Und ich muß sagen, das gefällt mir sehr. Abgesehen davon, daß mich das an früher erinnert, als ich noch ein Kind war, fallen die Glasflaschen auch nicht ständig um, wenn sie leer sind oder brechen während des Gießens zusammen.

Ein weiterer Tipp wäre noch, auch Shampoos und Duschgele durch Seifen zu ersetzen. Handgemachte mit passender Überfettung sind pflegend und wirklich variantenreich zu bekommen.

Schöne Grüße
Ute

Miri hat gesagt…

Wie siehts eigentlich mit den SIGG-Flaschen aus? Weißt du da was drüber?
Hab mir bisher nicht so viele Gedanken gemacht..leider!

Birdie hat gesagt…

@Ute: Ich finde es auch viel schöner Glasflaschen zu benutzen, diese blöde Plastik Welt ist doch auch einfach nicht schön! Mich hat der Film Plastic Planet auch total beeindruckt!

@Miri: Willkommen! :-) Sigg-Flaschen sind auch okay! Ich selbst habe keine, da ich mit meinen Klean Kanteen Flaschen so zufrieden bin, aber die SiggFlaschen eignen sich auch gut für den Transport von kalten Getränken.

Wir haben auf der Arbeit glücklicherweise Wasser in Glasflaschen, daher muss ich im Alltag gar keine Wasserflaschen mit mit rumschleppen. Ich habe aber auch schonmal darüber nachgedacht mir noch eine kleine Flasche zusätzlich zu kaufen, eine die so 0,33L umfasst. Ideal für einen Stadtbummel. :-)

Mary hat gesagt…

Eine tolle Zusmamenstellung!

Früher, als ich noch alleine gewohnt habe, hab ich auch noch Plastikflaschen verwendet. Seit ich aber einen starken Mann an meiner Seite habe, gibts bei uns auch nur noch Wasser aus Glasflaschen. Das schmeckt im übrigen auch viel besser. Wenn ich (ganz selten) mal Wasser aus Plastikflaschen mangels Alternative trinken muss (auf Vorträgen, etc), merke ich wieder, wie abgestanden und plastemäßig das eigentlich schmneckt und ich freue mich wieder auf meine Glasflaschen.
In der Küche mag ich generell lieber irdene Schüsseln oder Welche aus Metall, da ich gerne mal schusselig bin. Schon mal ne Plastikschale aus Versehen auf die noch heiße Herdplatte gestellt? Das gab ne Sauerei! ;) Darum auch da nur noch Metall.

Was ich übrigens auch ganz toll finde, sind Einkaufskörbe. Damit spart man ne Menge Plastiktüten und mir macht es riesigen Spaß, gerade auf dem Wochenmarkt mit meinem Korb einkaufen zu gehen. Mein aktueller ist aus Stoff und Metall und schon über 6 Jahre alt, aber bald ich will ich mir mal nen neuen zulegen, dann aus Weide. Die sind echt schön! Vielleicht wär das auch was für dich? :-)


Zum Thema Verpackungsmüll fällt mir noch was ein: Warum müssen ausgerechnet die Bio-Lebensmittel immer in Pappe UND Plastik verpackt sein? Oder doppelt (Beispiel Rucola: In Plastischale & verschweist)? Das ärgert mich immer sehr. Mir fehlt manchmal die Zeit für den Biomarkt und dann muss ich gezwungenermaßen zu den größeren Supermärkten, da die länger auf haben. Aber irgendwie scheinen gerade die Bioprodukte nahezu komplett verschweist zu sein. Irgendwie paradox, oder nicht?

Birdie hat gesagt…

Stimmt, Einkaufskörbe sind auch voll schön und erinnern mich an meine Kindheit! :-)
In unserem Bioladen sind Obst und Gemüse meistens unverpackt, nur im Supermarkt ist das so, stimmt, habe ich auch schon beobachtet. Da stimmt die Philosophie, die dahinter steht, eben doch nicht ganz. Wobei man das mittlerweile auch bei dem ein oder anderen Bioladen anzweifeln kann..
Da lob ich mir echt unsere Biokiste!

Erbse hat gesagt…

Super Artikel! Habe ihn gleich mal bei Twitter verbreitet. :)
LG

blumen. hat gesagt…

Ein wirklich super Post!

Ich arbeite in einer Buchhandlung und die Art, wie die Menschen mit Plastetüten umgehen, macht mich immer irre wütend und aggressiv. und wenn ich dezent die Umwelt erwähne, heißt es "Ich muss mich doch hier von Ihnen nicht belehren lassen!" Da werden doppelte Plastetüten verlangt, damit man nicht durchsieht, was drin ist, Tüten für eine Tageszeitungen erfragt und manchmal soll alles in einzelne Tüten. Bevor ich dort anfing, dachte ich, dass vielleicht mindestens 1/4 der Leute so wie ich zu den "Keine Tüte bitte!"-Kunden gehören, aber in der Realität macht das fast keiner. Und die Firmen wollen, dass die Mitarbeiter an jeden ungefragt Tüten verteilen.
Manchmal, wenn keiner guckt und ich es nicht mehr aushalte, sage ich gern "Die hält 300 Jahre, brauchen Sie die so lange?"
Das musste mal raus, entschuldigung. Es ist einiges im argen.
Grüße!

Birdie hat gesagt…

@blumen: Das wirklich so wenig Leute auf die Plastiktüten verzichten ist krass, ich dachte auch, dass das mehr Leute machen. Gerade in einem Buchladen, ein Buch passt doch oft auch in die Handtasche oder so.
Ich kann total verstehen, dass Dich das wütend macht, würde sicherlich jeden von uns, wenn man die Verschwendung jeden Tag mit ansehen muss.

all about ... hat gesagt…

Sogar in Amerika gibt es jetzt Lebensmittelketten, wo die MA an der Kasse fragen, ob man eine Plastiktuete moechte. In einer anderen Kette wird man zwar nicht gefragt, bekommt aber 5 cent gutgeschrieben pro Tuete, die man selbst mitbringt und die gebraucht wird um den Einkauf zu verpacken. Die Jutebeutel sind allerdings nicht beliebt bei den Einpackern, weil die keinen Boden haben. Mein Sohn und ich benutzen immer gern unsere WWF Tueten, die sind einfach super schoen und praktisch.

Birdie hat gesagt…

Als ich neulich in Boston war, bin ich in einem Supermarkt auch gefragt worden ob ich Papier oder Plastiktüte bevorzuge. Immerhin. :-)

Müsli hat gesagt…

Oh ja, das Plaste-Thema...danke für das Posting, lese mich grad erst in die Veganblogwelt ein und freue mich über alles, was auch noch in Richtung Öko tendiert. Tierschutz schließt für mich den Schutz der Bodenlebewesen, des Grundwassers, der Ressourcen usw. mit ein...

Bei einigen Verpackungen gibt es Alternativen, wenn man genau hinschaut. Haferflocken in Bioqualität stecken oft in Plastiktüten, aber es gibt sie auch in Papier. Gleiches gilt für Kakao, Mehl, Stärke...
Kichererbsen gibt es z.B. statt in Dosen auch in Gläsern.
Statt Margarine verwende ich Kokosfett (von Rapunzel, gloob ick, aus dem Glas).

Weiß jemand, ob Schokolade in Stanniol plus Karton "besser" ist?

Eine mögliche Lösung für das Problem aus deinem anderen Posting: selbermachen. Sowohl Tofu als auch Sojajoghurt lässt sich einfach herstellen. Joghurt aus Hafermilch (ich steh persönlich nicht so auf Soja) ist schon kniffliger, aber es geht. Und man kann immer wieder dieselben Gläser benutzen!
Ich mache auch meine Hafermilch selbst, das spart Unmengen an Tetrapackplastikverpackung. Hafersahne habe ich noch nicht getestet, aber es gibt auch dafür DIY-Rezepte - besonders die englischsprachihe Bloggerszene ist eine Goldgrube für solcherlei Anleitungen.

Birdie hat gesagt…

@Müsli: Danke für Deinen Beitrag! Sojamilch mache ich auch selbst, Hafermilch ist mir aber leider noch nicht gelungen. Machst Du die aus Haferflocken oder aus geschrotetem Hafer?

Fait hat gesagt…

Vielen Dank für den Artikel! Dieses Thema ist zu wichtig als das man es nicht immer wieder aufgreifen könnte.

Ich habe meinen Haushalt und viele Gewohnheiten umgestellt und dabei festgestellt das nicht immer alles was man so "glaubt" (bzw. durch die Werbung vermittelt wird) auch nötig ist. Ich brauche keine 20 Reiniger für den Haushalt und auch keine 5 Mittel zum Wäsche waschen. Essig oder Zitronensäure machen alles genauso (teilweise sogar besser) sauber wie der Badreiniger mit Zitrusduft oder solch ätzenden Inhaltsstoffen das ich beim auftragen kaum atmen kann.

Auch was die Körperpflege anbelangt. Die Werbung sugerriert: Pflege, Pflege, Pflege. Nur um alles verkaufen zu können. Das man damit seinen Haare oder seiner Haut mehr Schaden zufügen kann, weil es einfach zuviel des Guten ist, darauf kommt selten einer. Auch wenns doof klingt, früher hat man sich nur mit Seife gewaschen und hat auch überlebt. ;)

Und zum Thema Sigg-Flaschen. Ich mag sie nicht. Bis vor ein paar Jahren hatten die nämlich eine Beschichtung mit Bisphenol-A das sich, laut Aussage der Firma, zwar nicht auslöst allerdings empfiehlt SIGG auch, keine heissen Getränke einzufüllen. Und gerade dadurch lösen sich viele Stoffe im Plastik.
Ich jedenfalls liebe meine Klean Kanteen :)

Und einen Wasserkocher ohne Plastik gibt es nicht aber einen ohne Plastik im Innenteil und Deckel. Von Otani, leider mit 80,- aufwärts nicht ganz günstig.

Über die in Plastikverpackten BIO-Lebensmittel reg ich mich auch oft auf. Beim letzten Einkauf kam mir dann die Idee: Die verpacken das nur um es vom konventionellen Lebensmittel zu unterscheiden... Banal einfach und der wahrscheinlichste Grund.
Wird hier auch nochmal aufgegriffen: http://www.feelgreen.de/verpackungswahnsinn-bei-bioobst-und-biogemuese/id_54096654/index

Müsli hat gesagt…

@Birdie:
Ich nehme Flocken, will aber demnächst auch mal Haferkörner probieren. Soll ein besseres Mundgefühl ergeben :).

Es gibt zig Rezepte im Netz - ich rate von der gekochten Variante ab, das wird so schleimig. Orientiert habe ich mich an diesem hier:
http://chocolateandzucchini.com/archives/2011/05/homemade_oat_milk.php

Und eingebürgert hat sich bei mir mittlerweile diese Vorgehensweise:

Schritt 1:
Flocken mind. 8h im Kühlschrank einweichen lassen. Ich nehme so viel Wasser, dass es ca 3cm über den Flocken steht.
Flockenmenge vermutlich 1 Tasse auf 1l, aber ich messe das nie ab...
Es gibt Rezepte ohne einweichen. Ich würd's aber unbedingt machen, meiner Erfahrung nach ist das Endprodukt sonst eher unbefriedigend.

Schritt 2:
Flocken mit Einweichwasser plus nochmal so viel Wasser wie Flocken fein (!) pürieren.
Wenn man Zeit hat, das Ganze nochmal ne Stunde stehen lassen. Wenn man keine Zeit hat (ich will meine Milch meist sofort), weiter zu Schritt 3.

Schritt 3:
Das Ganze durch ein feines Küchensieb gießen. In eine Flasche geben. Mit beliebig viel Wasser auffüllen (je nachdem, wie geschmacksintensiv du sie haben möchtest).

Schritt 4:
Eine Prise Salz rangeben und gut schütteln.

Hält sich gekühlt erfahrungsgemäß drei bis vier Tage, je nachdem, wie sauber (desinfiziert) deine Behältnisse so waren...

Den abgesiebten Rest als Haferbrei essen oder verbacken!

Anmerkungen:
Die Milch vor Gebrauch immer schütteln.
Bei Erhitzen bindet sie etwas (kann beim kochen ganz praktisch sein, spart Speisestärke) - gut rühren, sonst gibt es puddingartige Klumpen...vermutlich ließe sich das vermeiden, wenn man sie durch ein Tuch siebt oder weniger Hafer auf mehr Wasser nimmt als ich das tue.


Eine gute Quelle für Experimente, z.B. Joghurt:
http://www.plantfoods.org


Für Joghurt nehme ich allerdings keine Hafermilch, weil sich dann irrsinnig viel Molke absetzt, sondern püriere mehr Flocken mit weniger Wasser zu einer Pampe, die ich dann vor Weiterverarbeitung auch siebe.

Viele Grüße aus der Versuchsküche!

Birdie hat gesagt…

@Müsli: vielen, vielen Dank für die ganzen tollen Tipps!!! Jetzt hab ich richtig lust das mal auszuprobieren!!

Müsli hat gesagt…

Ui, sehr gern geschehen.

BTW, ich hab es mittlerweile mit ganzen Haferkörnern probiert - geschmacklich gefällt es mir wirklich besser als Flocken! Würde die Körner aber länger einweichen (24h).

Viel Spaß und beste Grüße :)

Anonym hat gesagt…

Ich hab auch noch ne Frage dazu. Wie nehmt ihr euch Suppen oder anderes soßiges Essen mit? Glas ist mir da ehrlich zu riskant (mein Freund ist viel auf´m Bau unterwegs und da werden die Rucksäcke wortwörtlich teilweise rumgeschmissen)!
Gibt es richtig dichte Edelstahlboxen?

Danke euch!

Birdie hat gesagt…

@Anonym:
Wenn ich richtig gekochtes Essen vom Vortag mit zur Arbeit nehme, verwende ich zum Transport die Glasdosen mit Kunststoffdeckel. Dann kann ich bei der Arbeit den Deckel abmachen und das Ganze in der Glasdose in der Mikrowelle erwärmen.

Suppen oder Eintöpfe kann man prima in einer weithalsigen Thermoflasche transportieren. Die sind oft stoßfest und das Essen bleibt außerdem schön warm. Wenn man dann noch eine nimmt, bei der ein breiter Becher dabei ist, dann kann man den direkt als Suppentasse verwenden!

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für den Tipp!

Anonym hat gesagt…

beschäftige mich auch schon länger mit dem thema und finds toll zu lesen, wie andere das so hinkriegen ohne plastik. bei mir gibts wasser nur noch aus dem kran, fülle es vorher in glasflaschen, mit bügelverschluss und kühle es ein bisschen, dann schmeckt es besser, mache ich mittlerweile auch im büro. die metallboxen für das pausenbrot hab ich auch und wenn ich die mal nicht zur hand habe oder jemandem das zu aufwendig ist, man kann auch wachspapier nehmen, das eignet sich auch hervorragend für die aufbewahrung von käse im kühlschrank

Lisa hat gesagt…

Hallo zusammen,

es ist sehr spannend ihre Erfahrungsberichte zu lesen. Im Rahmen eines Uniprojektes beschäftigen wir uns mit verschiedenen Arten von Verzicht und diese Woche mit dem Verzicht von Plastikverpackungen. Ich wünsche allen weiterhin viel Erfolg :)
Wer Interesse hat, darf gerne einmal vorbeischauen: http://www.g0ldenb33-4.de/eine-woche-ohne-plastik/

Liebe Grüße
Lisa

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