Samstag, 2. April 2011

Neuer veganer Pizzakäse

Überall liest man jetzt das die veganen Onlineshops (hier und hier) den neuen veganen Pizzakäse "Wilmersburger Pizzaschmelz" anbieten, er soll sehr Käseähnlich schmecken und sehr gut zerlaufen.
Ich hatte auch überlegt mit den mal zu bestellen und mir dann die Zutatenliste angesehen, er enthält, neben ansonsten unkritischen Bestandteilen, Natriumpolyphosphat.
Das-ist-drin schreibt dazu:

Beim Verzehr größerer Mengen von Phosphaten wurden ein Abfall des Calcium-Spiegels sowie ein Anstieg des Parathormonspiegels beobachtet. Es wird diskutiert, ob ein Zuviel an Phosphat mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüchigkeit im Kindes- und Jugendalter einhergeht. Während der Gesetzgeber von der Unbedenklichkeit ausgeht, raten Verbraucherschützer von einem häufigen Verzehr ab.

Klingt für mich jetzt nicht nach einer Zutat die ich in einem Lebensmittel haben möchte. Ich würde den Käse vielleicht mal für einen besonderen Anlass besorgen, für eine vegane Pizza am Geburtstag oder Ähnliches. Regelmäßig werde ich es wohl lieber nicht essen.

Zu Beginn meiner Veganen zeit bin ich erstmal total auf alle veganen Ersatzprodukte abgefahren, eigentlich hat das noch bis vor kurzem angedauert (sieht man ja auch hier im Blog), aber seit einiger Zeit umfasst mein Speiseplan außer Obst, Gemüse,Getreideprodukten und Nüssen etc. eigentlich nur noch Räuchertofu, Yofu und Sojamilch. Und auch das nicht alles täglich.
Ich merke, dass es mir immer mehr auch um die eigene Gesundheit geht und nicht nur um die ethischen, ökologischen und sozialen Aspekte meiner veganen Lebensweise. Und in einer gesunden Ernährung haben diese künstlichen Ersatzprodukte meiner Meinung nach nur wenig Platz, eben bei besonderen Ausnahmen (wenn ich beispielsweise mal in einem veganen restaurant bin, esse ich auch gerne veganen Käse).

Was meint ihr dazu?

Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Was meine ich dazu? Du hast Recht und trotzdem werde ich ab und zu zu solchen Produkten greifen. Eine Aktion, bei der ich schon mal Kopfschütteln seitens Omnivorer bekomme. Ab und zu gelüstet es mich nach "vertrautem" Geschmack - gerade hab ich Lyoner aufm Brötchen gehabt. Und dann gönne ich mir das und bin sicher, dass ich mich trotzdem gesund ernähre. Wer jeden Tag Aufschnitt und Bratwurst isst, wird sicherlich mehr solcher schlechten Inhaltsstoffe zu sich nehmen. Aber ich würde nie wollen, dass diese Bestandteile Hauptakteure in meinem Essen sind.

xSharonx hat gesagt…

Sehe ich ähnlich. Ich bin schon seit längerem dazu übergegangen meinen Lebensmitteleinkauf auf frisches Gemüse und Obst, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, etc zu beschränken. Den Großteil an sogenannten Convenience Produkten habe ich aus meinem Ernährungsplan gestrichen. Es ist nicht nur gesünder, sondern schont auch meinen Geldbeutel und die Umwelt (das meiste ist ja endlos verpackt).
Für ab und zu ist es aber trotzdem eine tolle Sache und das steigende Angebot spiegelt ja auch das Interesse an tierleidfreien Produkten wider. Trotzdem finde ich, dass man nicht vergessen sollte, dass natürliche, möglichst unverarbeitete Lebensmittel immer noch die gesündeste Entscheidung sind.

Mneme hat gesagt…

Wenn man wissen will, ob ein Lebensmittel gesund ist oder nicht, muss man sich ja eigentlich nur die Frage stellen, ob es so in der Natur vorkommt oder ob es industriell hergestellt wurde. Ich bin auch der Meinung, dass man verarbeitete Lebensmittel so gut es geht meiden sollte, aber es ist auch nicht dramatisch, wenn man mal was anderes isst.

Übrigens ist Phosphor ja auch in Kuhmilch. Deswegen ist das mit dem Kalzium in Kuhmilch ja auch so ein Schwachsinn.

Green-Cat hat gesagt…

Ich habe so die Tendenz vieler Veganer (- gerade hier in der Blogosphäre) beobachtet, nach und nach immer weniger zu stark verarbeiteten Produkten zu greifen. Die meisten machen nach einiger Zeit sogar ihre Milch selbst, manche ihren Joghurt oder ihre Brotbeläge. Ich finds selbst völlig unkompliziert, auf Convenience-Sachen zu verzichten, aber da kommt eben dazu, dass ich wahnsinnig gerne selbst koche und es mir nix ausmacht, Dinge aus natürlichen Zutaten selbst zu machen.
Grundsätzlich versuche ich, bei meinen Einkäufen keine Produkte in den Korb zu legen, die mehr als 5 Zutaten haben. Klappt nicht immer, aber doch die meiste Zeit. :-) Ich versuche mich da, an die Leitlinien der Vollwerternährung zu halten, die eben auch besagt, dass rohe und möglichst unverarbeitete Produkte den meisten Ernährungs- und Gesundheitswert haben.
Das einzige Problem ist wohl das richtige Würzen. Ich glaube, dass uns Convenience-Produkte deswegen so gut schmecken, weil sie eben so schön gewürzt sind. Und sowas kann man mit ein wenig Übung dann auch gut selbst machen. :-)

Mihl hat gesagt…

Die Frage ist ja, was "große Mengen" bedeutet. Wenn man den Käse ab und zu ißt, schadet's bestimmt nicht.

Ich war noch nie ein so großer Fan von Fertigprodukten. Sojamilch und Joghurt esse ich regelmäßig, aber das war's dann auch schon. Vor allem auch, weil ich finde, dass viele vegane Fertigprodukte dazu dienen, die "normale" Küche nachzuahmen. Manchmal finde ich das nicht schlecht, aber meistens denke ich mir lieber was eigenes aus.

Mausflaus hat gesagt…

lies dir mal http://www.lebensmittellexikon.de/p0000730.php durch. so schlimm ist phosphat gar nicht, v.a. nicht in großen mengen. und so oft wirst du den pizzakäse ja nicht essen, allein schon wegen des preises.

Birdie hat gesagt…

Danke Mausflaus!
Du hast schon recht, ständig werd ich das nicht essen, aber ich werds mir auch jetzt nicht gleich bestellen, nur weils neu ist. Aber vielleicht bestell ich es mal, wenn ich wirklich für einen bestimmten Anlass eine vegane Pizza machen möchte, o.Ä.

Anonym hat gesagt…

Hallo Birdie,
ich bin mit dir gleicher Meinung! Ich habe aber mal eine Frage: was ist eigentlich mit Tofuprodukten bzw. der Tofuproblematik? Ich bin noch nicht lange Veganerin und ich liebe Soja- und Tofuprodukte und habe sie bisher auch oft verwendet. Ich bin bis vor kurzem davon ausgegangen, dass man da nichts falsch machen kann. Jetzt habe ich aber ein bisschen recherchiert und habe im Internet gelesen, dass Sojaprodukte ganz und gar nicht gesund sein sollen?! Sie sollen sogar in Verdacht stehen, Brustkrebs bei Frauen zu erzeugen. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, was ich denken soll. Lese ich die falschen Quellen? Weißt du als langjährige Veganerin da mehr drüber?

Viele Grüße
Lisa

Birdie hat gesagt…

@Lisa: Diese Aussagen liest man gelegentlich irgendwo, das stimmt. Auch dass Soja Hodenkrebs bei Männdern verursachen soll, oder Impotenz.
Ich persönlich glaube da nicht dran, denn dann müssten die Asiaten ja alle Krebskrank sein, die essen ja schon immer viel Soja.
Ich denke auch hier ist es wichtig nicht zu übertreiben, man muss sich sicherlich nicht täglich ein Tofuschnitzel in die Pfanne hauen. Es gibt beispielsweise auch super leckeren Seitan-Fleischersatz. Viele Brotaufstriche sind auf Hefe- oder Sonnenblumkernbasis und eben viel Obst und Gemüse essen.

Ich esse schon recht regelmäßig Sojaprodukte, versuche es aber einfach nicht zu sehr zu übertreiben.

moeri hat gesagt…

Hm, klingt erst mal nicht so toll. Und ich musste gerade auch unweigerlich daran denken, wie bei z.B. Schadstoffen in Shampoos häufig davon gesprochen wird, dass man bei regelmäßiger Nutzung keine Nebenwirkungen spüren wird. Nur dass dort außer Acht gelassen wird, dass man auch noch ne Spülung, ne Kur, ne Lotion, Stylingkram und was weiß ich nicht alles genau so häufig verwendet und da eine ganze Menge Chemikalien zusammenkommen, die dnan sicher nicht mehr harmlos ist. Ich werde demnächst mal mit Hefeschmelz experimentieren. Und wenn der Käse wirklich gut ist, werde ich ihn wahrscheinlich auch mal testen. Ansonsten wünschte ich, ich wäre schon so weit wie du, aber ich kaufe als "Neuveganer" bisher noch recht viel Convenience-Food. Aber das wird sicher mit der Zeit auch besser ;) Alles Liebe! Miri

Lea hat gesagt…

danke für den hinweis! :)
da ich nicht ausschliesslich vegan lebe, ist das für mich kein weltuntergang, aber ich denke, ich werde mich dann auch eher an provamel halten! :)

Fleddermaus hat gesagt…

Also ich muss auch sagen, es ist bei mir ähnlich wie bei dir. Zuerst habe ich mich auch auf alle möglichen Ersatzprodukte gestürzt und wollte alles ausprobieren was es so gibt. Vom Wiener-Schnitzel über Lioner-Wurst bis Soja-Granulat für Spaghetti Bolognese, einfach alles. Aber inzwischen muss ich auch sagen geht mir das alles ein wenig auf den Keks... es ist dann doch irgendwie nie das was man sich erhofft hat und gerade was Dinge wie Reismilchschokolade oder Soja-Eiscreme angeht war ich ein bisschen enttäuscht. Nicht etwa, weil sie nicht schmecken (ich muss sogar zugeben, die Produkte kommen sehr nahe, an das "Original" heran), sondern weil einfach irgendetwas fehlt. Der Suchtfaktor ist einfach nicht da. Entweder es liegt daran, dass wenn man sich vegan ernährt man generell eher Lust auf deftiges Essen, als auf Süßigkeiten hat, oder einfach weil irgendein nicht-veganer Inhaltsstoff fehlt. Auf jeden Fall muss ich sagen, habe ich einfach das Gefühl diese ganzen Dinge nicht mehr zu brauchen. Lieber ein leckeres Sorbet, Dunkle Marzipan Schokolade und gebratenes Gemüse aufs Brot, das ist für mich doch um einiges befridigender. :)

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